Hymenogastraceae 2025 (Flammula, Galerina, Hebeloma, Phaeocollybia, Naucoria, Gymopilus)

Bestimmungsliteratur: für Galerina die Schlüssel in Funga Nordica und Fungi non delineati 46, für Hebeloma Fungi Europaei 14 und 14A, für Naucoria FN und Moreau (in Horak 2005, Röhrlinge und Blätterpilze in Europa)

Nr. 1: Hebeloma vaccinum Romagn.

Zur Bestimmung: Mit FE14 und dem Identifier auf hebeloma.org bestimmt. Der Identifier nennt die Art mit 72%. Im Schlüssel könnte man aufgrund des breiten Zystidenapex auch auf H. ammophilum kommen, die scheint jedoch eher ein südlich verbreiteter Küstenbewohner auf Sandböden zu sein. Populus ist auch der Mykorrhiza-Partner der Holotyp-Kollektion. Eine molekulare Trennung von H. cavipes scheint anhand von ITS unmöglich, eine Sequenzierung würde also nicht viel bringen. H. cavipes unterscheidet sich u.a. durch deutlich schmalere und gestrecktere Sporen.

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Funddaten: 25.10.2025; MTB 7836-3-2-1, 520 m; Koordinaten: 48,14750; 11,70953; D-By-München, Feldkirchen West, LBV-Fläche an der Ottendichlerstraße nördlich der Kiesgrube; magere Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; auf der offenen Wiese an ausgesetzter Stelle bei solitärer Schwarzpappel (P. nigra); gesellig (6 Fk);
Hut: 2 – 4 cm breit, gewölbt, schleimig und klebrig, glatt, ziemlich dunkel kastanienbraun, zum Rand hin etwas heller; Stiel: bis 4 x 0,5 cm, basal gleichdick, cremefarben, apikal grob bereift bis beflockt, teils bis weit herab anliegend beflockt; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, gedrängt (ca. 56 erreichen den Stiel), jung graubraun, reif bis schokoladenbraun; Schneiden weißflockig und tränend; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: im Feld stark raphanoid, nach Lagerung über Nacht nur noch schwach; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend keulig-bauchig, ein kleinerer Anteil gestielt keulig mit nur schwach oder kaum ausgeprägtem Bauch, sehr variabel insgesamt; Maße: 36-79 x 6,2-11,8 x 3,8-8,0 x 4,6-12,6 µm, im Mittel 50 x 8,7 x 5,4 x 8,2 µm; A/M=1,67, A/B=1,15, B/M=1,50; 20 Zystiden gemessen; Sporen: amygdaloid bis citriform, meist mit kurz ausgezogenem Apex, im 40er gut sichtbar ornamentiert, Perispor an fast allen Sporen moderat ablösend, moderat dextrinoid, ockerbraun in Melzers, O3, P2, D2-D3; Maße: 12,7 x 7,4 (11,2-14,0 x 6,8-8,3), Q=1,71 (1,57-1,87), 30 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 2: Hebeloma pumilum J.E. Lange

Zur Bestimmung: Mit dem Identifier (72,3%) auf hebeloma.org und FE14 bestimmt.

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Funddaten: 05.10.2025; MTB 7034-4-1-1, 500 m; Koordinaten: 48,93796; 11,42312; D – By –Landkreis Eichstätt, Gemeinde Denkendorf, Krummetal; Buchenmischwald über Dolomitstein (Frankenalb-Formation); in einem lichten Waldstück bei alten Buchen; gesellig in mehreren Clustern (ca. 50 Fk);
Hut: 1,7 – 3 cm breit, gewölbt, sehr schleimig und klebrig, orangebraun bis gelbbraun, zum Rand hin heller, am Rand weißlich, oberhalb des Hutrands bisw. mit konzentrischem, weißlichem Velumsaum; jung mit Cortina; Stiel: bis 4,5 cm lang und bis 0,4 cm breit, basal gleichdick oder schwach spindelig-keulig erweitert, nicht wurzelnd, cremeweiß, zur Basis hin oft bräunlich verfärbt; Velum am Stiel unauffällig; Lamellen: gerade angewachsen, gedrängt (34-47-54) erreichen den Stiel, jung cremebeige, reif graubraun bis olivbraun; Schneiden fein weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nach schwarzem Tee, kein Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch bis keulig-bauchig, 28-45 x 4,0-7,1 x 3,8-5,3 x 4,1-7,4, im Mittel 36 x 5,6 x 4,2 x 5,3, A/M=1,32, A/B=1,09, B/M=1,24; Sporen: amygdaloid, apikal abgerundet und gelegentlich schwach (und breit) ausgezogen, kräftig ornamentiert mit oft schwach ablösendem Perispor, kräftig dextrinoid, O4, P1-P2, D3, Maße: 9,0 x 5,6 (8,1-9,8 x 5,2-6,2), Q=1,60 (1,45-1,77), 30 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 3: Hebeloma velatum (Peck) Peck

Zur Bestimmung: Mit FE14 geschlüsselt

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Funddaten: 26.09.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; Koordinaten: 48,21282; 11,60573; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; an grasig-kiesiger Stelle zwischen Weidengesträuch und Kiefern; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 2,7 cm breit, gewölbt, ganz schwach oder nicht gebuckelt, nur befeuchtet schwach klebrig, glatt, stellenweise etwas glimmerig, zum Rand hin schwach eingewachsen faserig, am Scheitel frisch orangebraun bis rotbraun, zum Rand hin heller lehmbraun, hygrophan, sandgelb bis beige verblassend und älter mit schwärzlichen Flecken (wie Hinnulei); knapp oberhalb des Hutrands mit cremefarbenem konzentrischem faserigem Velumsaum; jung mit Cortina; Stiel: bis 4 x 0,4 cm, basal verjüngt, beige, zur Basis hin braun bis schwarzbraun, apikal bereift, in der unteren Hälfte mit cremefarbenen, eher flüchtigen Velumresten; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (ca. 28-30 erreichen den Stiel), beigebraun; Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: raphanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: subamygdaloid mit abgerundetem Apex, in Aufsicht schlank ovoid, im Umriss glatt, sehr fein punktiert, indextrinoid, O1-2, P0, D0, Maße: 10,3 x 6,0 (9,4-11,0 x 5,3-7,2), Q=1,71 (1,51-1,84), 30 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 4: Hebeloma velatum (Peck) Peck

Zur Bestimmung: Mit FE14 bestimmt. Der Identifier auf hebeloma.org spuckt H. marginatulum aus, das ist aber eine arktisch-alpin verbreitete Art.

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Funddaten: 25.10.2025; MTB 7836-3-2-1, 520 m; Koordinaten: 48,14689; 11,70993; D-By-München, Feldkirchen West, LBV-Fläche an der Ottendichlerstraße nördlich der Kiesgrube; magere Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; auf der offenen Wiese an ausgesetzter Stelle bei jungen Salix eleagnos; gesellig (ca. 5 Fk);
Hut: 1,5 – 2 cm breit, gewölbt mit kleinem Buckel, schleimig und klebrig, glatt, am Scheitel rötlichbraun bis orangebraun (fvk6-7), zum Rand hin deutlich heller beige und etwas glimmerig, ohne auffallende Velumreste; jung mit Cortina; Stiel: bis 2,8 x 0,25 cm, cremebeige, längsfaserig, jung mit Cortinaresten, aber ohne auffällige Reste des Gesamtvelums; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt (ca. 28-30 erreichen den Stiel), blass graubraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, im Schnitt eher nach schwarzem Tee; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: meist lageniform oder zylindrisch, 49 x 6,8 x 5,6 x 7,7, A/M=1,27, A/B=0,92, B/M=1,39; Sporen: subamygdaloid mit abgerundetem Apex, in Aufsicht schlank ovoid, im Umriss glatt bis minimal rau, feinst punktiert, indextrinoid, Maße: 10,9 x 6,5 (9,8-11,9 x 5,8-7,0), Q=1,67 (1,58-1,79), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 5: Naucoria escharioides (Fr.) P. Kumm.

Zur Bestimmung: Lässt sich mit Moreau in Horak nicht sinnvoll schlüsseln. In FN klar als N. escharioides zu schlüsseln.

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Funddaten: 25.10.2025; MTB 7836-3-2-1, 520 m; Koordinaten: 48,14750; 11,70953; D-By-München, Feldkirchen West, LBV-Fläche an der Ottendichlerstraße nördlich der Kiesgrube; magere Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; in einem grasigen Grauerlengebüsch; gesellig (über 20 Fk);
Hut: 1 – 1,8 cm breit, jung flach kegelig bis gewölbt, später flach gewölbt bis ausgebreitet, meist ohne Buckel, jung am Scheitel samtig-filzig, sonst glatt, bald vom Zentrum her bis zum halben Radius faserschuppig aufbrechend, ockerbraun (fvk17), am Rand oder bis fast zur Hälfte durchscheinend gestreift; Stiel: bis 5,5 x 0,15 cm, apikal hutfarben oder etwas heller, stielabwärts allmählich dunkler braun, apikal bereift bis beflockt, oben schwach, zur Basis hin stärker cremeweißlich überfasert; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, oft mit Zahn schwach herablaufend, mäßig gedrängt (ca. 26-30 erreichen den Stiel), ockergelb (fvk14) bis honiggelb, Schneiden schwach weißlich abgesetzt und +/- glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch; Geschmack: mild, raphanoid und fad; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: abseits der Schuppen am ehesten cuticulär, mit sehr unterschiedlich breiten Zellen und deutlich inkrustierendem gelbem Pigment; im Bereich der Schuppen nur eine verquollene Masse mit kaum lokalisierbarem gelbem Pigment; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden: ampullenförmig mit schlankem spießförmigem Hals, apikal gelegentlich mit kleinem Köpfchen (tibiiform), am Bauch oft schwach dickwandig mit gelbem Wandpigment; Maße: 28-47 x 6-11, im Mittel 38 x 8,4 µm (15 gemessen), Halsbreite in der Mitte 1,5-2 µm; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; ca. 25-30 x 7,5-8,5 µm; Sporen: amygdaloid, normal warzig, Maße: 10,5 x 5,9 (10,0-11,0 x 5,4-6,3), Q=1,78 (1,68-2,02), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;