Tricholomataceae 2025
Nr. 1: Mycenella salicina (Velen.) Singer
Zur Bestimmung: Mit Gröger geschlüsselt, in FN und Gröger (1997, Boletus 20) verglichen. Unkritisch.
Funddaten: 29.10.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; Koordinaten: 48,21233; 11,61235; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern mit lockerem Baumbestand (Birke, Weide, Pappel); bei Birken und Salweide; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: 1,5 – 2,6 cm breit, flach kegelig bis flach ausgebreitet, nur schwach gebuckelt, trocken und glatt, am Hutrand schwach durchscheinend gesteift und auch etwas gerieft, auffallend zweifarbig, am Scheitel dunkelbraun, schokoladenbraun, zum Rand hin abrupt hell graubraun bis graubeige; wohl hygrophan; ein paar nicht fotografierte Fk in der Nähe waren zum Rand hin stärker braun durchgefärbt und feinst bereift;
Stiel: bis 5 cm lang und bis 0,5 cm dick, zylindrisch, aber bisw. abgeplattet und gefurcht, auf ganzer länge fein weißlich bereift, apikal grauweiß, stielabwärts immer dunkler beige bis rußbraun;
Lamellen: steil aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 30-38 erreichen den Stiel), grau, an den Schneiden mit weißer Zone, Flächen fein weiß bepudert;
Fleisch: siehe Schnittbild;
Geruch: schwach aromatisch-fruchtig, kein Mehl;
Sporenpulver: weiß;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: stark verquollenes Ixotrichoderm (?) mit schlecht erkennbaren Zellwänden, teils vertikal, teils horizontal verlaufenden Zellen in mäßig dicker Gelschicht, dazu klar differenziert glatte, überwiegend zylindrische Pileozystiden;
Lamellenschneide: heterogen, mit zahlreichen Cheilozystiden, die genauso wie die Pleurozystiden geformt sind;
Hymenialzystiden: lageniform mit langem schlankem, apikal oft etwas erweitertem Hals, am Bauch dickwandig; Maße: 61-70 x 11-13,5 x 4,5-7 µm (LängexBauchxApes);
Basidien: überwiegend 4-sporig, mit Schnallen;
Sporen: (sub)globos und glatt, inamyloid, mit großem Apikulus; Maße: 5,7 x 4,9 (4,9-6,4 x 4,3-5,6), Q=1,15 (1,07-1,28), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;
Nr. 2: Tricholoma albobrunneum (Pers.) P. Kumm.
Zur Bestimmung: Aufgrund der stark eingewachsen faserigen Hüte und der weißen Apikalzone am Stiel gemäß FNE4 so bestimmt. Die Sporen sind breiter und gedrungener als in FNE4 und FTE (Lassoe) angegeben. Die Kollektion aus Mittenwald (2019-08) hat viel kleinere und schlankere Sporen.
Funddaten: 29.10.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; Koordinaten: 48,21274; 11,60767; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Kiefernwald über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; bei Pinus sylvestris direkt auf einem grasigen Waldpfad; gesellig bis büschelig (6 Fk);
Hut: bis 11 cm breit, flach gewölbt bis ausgebreitet, schwach klebrig, stark eingewachsen faserig, am Rand stellenweise etwas streifig, aber nicht wirklich gerippt;
Stiel: bis 7 x 1,8 cm, zylindrisch, stämmig, apikal mit ca. 1 cm breiter cremeweißer Zone, darunter mit leicht schleimiger Velumabrisszone und darunter bräunlich überfasert und erhaben punktiert;
Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, cremeweiß;
Fleisch: weiß;
Geruch: im Schnitt intensiv nach Mehl;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Sporen: breit ellipsoid, in Kongo mit einem großen Tropfen, nicht kongophil, Maße: 5,6 x 4,2 (5,0-6,1 x 4,0-4,5), Q=1,33 (1,19-1,42), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;
Nr. 3: Tricholoma joachimii Bon & A. Riva
Zur Bestimmung: Mit Gröger und FNE4 geschlüsselt.
Funddaten: 10.10.2025; MTB 8533-4-1-1, 1010 m; Koordinaten: 47,44812; 11,25845; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Mittenwald, Kranzberggebiet; Mischwald (Fichte, Kiefer) über Dolomitstein; bei Fichten und (etwas weiter entfernt) Kiefern; gesellig (ca. 5 Fk);
Hut: 7 – 9,6 cm breit, trocken, am und um den Scheitel areolat mit angedrückten dunkelbraunen bis schwarzbraunen kleinen Schüppchen, zum Rand hin fein eingewachsen faserig, jung komplett olivbraun mit etwas hellerem Rand, später zum Rand hin olivgelb;
Stiel: bis 8 x 2,8 cm, basal spindelig-keulig oder schwach keulig erweitert, längsfaserig, schmutzig weiß bis schmutzig cremefarben, stellenweise mit dunklen feinen Schüppchen besetzt, zur Basis hin olivgelblich bis bräunlich verfärbend, auch basal nicht rötend;
Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, sehr gedrängt, cremegrau;
Fleisch: weiß; nirgends rötend;
Geruch: im Schnitt geruchlos.
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Lamellenschneide: heterogen, mit zahlreichen, meist schlank keuligen sterilen Zellen;
Basidien: 4-sporig, Schnallen an den Basen von Basidien und Basidiolen zahlreich vorhanden;
Sporen: ellipsoid, meist mit einem große und vielen kleinen Tropfen (in Kongo), Maße: 6,4 x 4,7 (6,0-7,1 x 4,4-5,0), Q=1,38 (1,27-1,55), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;
Nr. 4: Tricholoma rapipes (Krombh.) Heilm.-Claus. & Mort. Chr.
Zur Bestimmung: Laut FNE4 eher eine Nadelwaldart.
Funddaten: 03.11.2025; 450 m, Koordinaten: 9,57965 E; 44,34202 N; Italien, Ligurien, San Pietro Vara, Salterana; Steineichenwald auf Kalk; bei Steineiche, gesellig (4 Fk);
Hut: 3,8 – 5,6 cm breit, gewölbt, jung grünlich, bald olivbraun;
Stiel: bis 5,5 x 1,4 cm, basal stark zugespitzt, cremefarben, zur Basis hin rußbräunlich fleckig;
Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, cremefarben;
Fleisch: siehe Schnittbild;
Geruch: seifig;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Sporen: ellipsoid, nicht kongophil, Maße: 5,6 x 3,9 (5,1-6,2 x 3,6-4,4), Q=1,43 (1,33-1,58), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;