Übrige Gattungen 2025

Nr. 1: Clavulina coralloides f. lutea (Bull.) Franchi & Marchetti

Zur Bestimmung: Auffallend groß und hübsch! Die Sporen scheinen etwas groß geraten und auch die seltsamen Auflagerungen finde ich in der Literatur nicht erwähnt.

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Funddaten: 10.10.2025; MTB 8533-4-1-1, 1040 m; Koordinaten: 47,44654; 11,25334; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Mittenwald, Kranzberggebiet; Mischwald (Fichte, Kiefer) über würmzeitlicher Moräne; bei Fichten im Moos; gesellig (4 Fk); verges. mit Cortinarius anomaloochrascens;
Fk bis 9 cm hoch und 7,5 cm breit, mit stark unterteiltem Strunk, im Bereich des Strunks weißlich, Äste cremegelb im Bereich der Spitzen schwefelgelb, Astspitzen sehr zahlreich und oft kammartig aufgefächert; Geruch schwach chemisch (an Dispersionsfarbe erinnernd); Mikromerkmale vom Exsikkat: Basidien: 2-sporig, z.B. 45 x 8, 60 x 8 µm; Sporen: (sub)globos, auf einer Seite meist mit seltsamen granulösen Anlagerungen; Maße: 9,7 x 9,1 (8,3-11,4 x 7,9-10,8), Q=1,07 (10 am Hymenium gemessen);

Nr. 2: Musumecia bettlachensis Vizzini & Contu

Zur Bestimmung: Abgesehen von der von mir etwas anders beobachteten HDS-Pigmentierung passt dieser Fund perfekt auf die Beschreibung von Musumecia bettlachensis bei Vizzini et al. (2011). Vgl. A. Vizzini; M. Contu; E. Ercole (2011) - Musumecia gen. nov. in the Tricholomatoid clade (Basidiomycota, Agaricales) related to Pseudoclitocybe. NORDIC JOURNAL OF BOTANY. 29(6) pp: 734-740. Stimmt auch ganz vernünftig mit meinem sequenzierten Fund 2012-Sonstige-16 aus Klais überein. Insbesondere das büschelige Wachstum aus einem Pseudosklerotium dürfte ein eindeutiges Merkmal sein.

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Funddaten: 12.10.2025; MTB 8031-4-2-1, 705 m; Koordinaten: 47,94735; 10,96941; D-By-Landkreis Landsberg am Lech, Gemeinde Vilgertshofen, Issing, Degenau; Fichtenhochwald mit eingestreuten Kiefern und Buchenverjüngung über würmzeitlicher Schottermoräne; bei Kiefer und Fichte im Moos; gesellig bis büschelig (ca. 6 Fk);
Hut: 2,5 – 4 cm breit, flach gewölbt mit scharfem Rand, im Zentrum bisw. schwach vertieft, trocken, glatt, etwas lederig, graubeige; Stiel: bis 5,5 x 0,7 cm, basal schwach verjüngt und bisw. mit Rhizomoprhen, +/- hutfarben, längsfaserig; das Büschel aus einer dickem, fast knorpeligen Pseudosklerotium entspringend; Lamellen: herablaufend, gedrängt (ca. 40 erreichen den Stiel), ziemlich dick, zum Rand hin stark gegabelt und am Grund anastomosierend, auch am Ansatz oft gegabelt; beige bis bräunlich beige; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: intensiv, sehr auffällig, etwas unangenehm süßlich parfümiert, auch leicht stechend an Lagerfeuer erinnernd; Sporenpulver: getrocknet weiß; Exsikkat: Lamellenschneiden braun verfärbt, Lamellenflächen auf hellbräunlichem Grund weißlich bepudert; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: zumindest stellenweise trichodermal, mit aufragenden, meist zylindrischen Endzellen; Pigment doppelt, Zellen 4-12 µm breit, überwiegend unauffällig pigmentiert, etliche aber deutlich quergestreift (aber fast farblos) inkrustiert und stellenweise auch intrazellulär diffus blass olivbraun pigmentiert; Septen ohne Schnallen; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Lamellentrama: eher regulär, kaum pigmentiert, Septen ohne Schnallen; Basidien: 4-sporig, ziemlich lang und schlank, ohne Schnallen; Maße: 30-47 x 6-8, im Mittel 39 x 7,25 (15 gemessen); Sporen: im Abwurfpräparat in Größe und Form sehr variabel, in Kongo stark klumpend und an der Nadel Fäden ziehend, überwiegend regulär ellipsoid, oft schlank ellipsoid, selten subzylindrisch, bisw. basal etwas zugespitzt und dann lacrymoid, kongophil (im Präparat langsam umfärbend), inamyloid; Maße: 7,2 x 4,4 (5,9-9,1 x 4,0-4,8), Q=1,65 (1,37-1,95), 30 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 3: Flammulaster limulatus (Fr.) Watl.

Zur Bestimmung: Auch makroskopisch klar.

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Funddaten: 28.09.2025; MTB 7031-4-2-1, 465 m; Koordinaten: 48,93796; 10,97059; D – By –Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Gemeinde Pappenheim, Felsleite; Buchen-dominierter Mischwwald über Jurakalkstein (Treuchtlingen-Formation); auf finalmorschem starkem Buchenstamm; gesellig bis kleinbüschelig (ca. 10 Fk);
Hut: 2,5 – 3,5 cm breit, glockig bis gewölbt, trocken, körnelig schuppig (abwischbar), orangebraun, zum Rand hin gelblich; Stiel: bis 4,2 x 0,5 cm, basal gleichdick, hutfarben, in der unteren Hälfte stellenweiße bräunlich beflockt oder bekörnelt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, normal gedrängt, ockerbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid (Kohlrabi); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Schuppen aus hyphigen Zellketten mit spindeligen, subzylindrischen oder selten keuligen Endzellen, Pigment grob quergestreift braun inkrustierend, vor allem an den Trägerzellen; Schnallen vorhanden; Maße der Endzellen: ca. 31-51 x 11-22 µm; Cheilozystiden: mit ein bis zwei kurzen, dicken Trägerzellen, Endzellen keulig, schwach dickwandig mit gelblichem Wandpigment; Maße ca. 16-27 x 8-11 µm; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: phaseoliform mit abgerundetem Apex und kleinem, deutlich sichtbarem Keimporus, schwach dickwandig, in KOH ockergelb; Maße: 7,8 x 4,3 (7,2-8,5 x 4,1-4,5), Q=1,82 (1,74-1,93), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 4: Gymnopus brassicolens (Romagn.) Antonin & Noordel.

Zur Bestimmung: Trotz des etwas ungewöhnlichen Standorts kommt da nix anderes als G. brassicolens raus.

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Funddaten: 26.09.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; Koordinaten: 48,21320; 11,60409; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; in der offenen, mageren Wiese auf Grasresten (Mulm-artig), untermischt mit ein paar Kiefernnadeln, in der Nähe Kiefern; gesellig bis kleinbüschelig (ca. 10 Fk);
Hut: ca. 0,8 – 1,4 cm breit, jung halbkugelig, dann gewölbt, trocken, frisch auf mittelbraunem Grund mit etwas dunkler braunen, anliegenden Faserschüppchen besetzt, später verkahlend und runzelig-schrumpelig werden (wie ein Mousseron), nicht durchscheinend gestreift, stark hygrophan, lehmbraun bis beige verblassend; Stiel: bis 2 x 0,15 cm, basal gleichdick und mit dickem weißem Myzelfilz überzogen, zylindrisch, bis leicht abgeplattet, apikal etwas erweitert, an der Spitze anfangs lederbraun bis lehmbraun, stielabwärts düster rußbraun bis schwarzbraun, auf ganzer Länge kurzhaarig weißlich bereift; Lamellen: abgerundet und schmal angewachsen, mäßig gedrängt, am Grund queraderig, cremefarben; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nach fauligem Kohl, wie G. brassicolens; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: ziemlich chaotische Cutis mit vielen abgerissenen Zellen, überwiegend hyphig und horizontal verlaufend, eher sporadisch mit etwas erweiterten Endzellen oder kurzen Auswüchsen, blass bräunlich, mit Schnallen; Pigment: fein quergestreift inkrustierend, in KOH unauffällig, in Kongo deutlich sichtbar; Huttrama: aus viel breiteren, meist aufsteigend angeordneten Zellen, mit Schnallen und ebenfalls fein quergestreift inkrustierendem Pigment; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: subzylindrisch, apikal abgerundet, basal bisw. leicht zugespitzt, inamyloid, kongophil, Maße: 6,9 x 3,2 (6,4-7,8 x 2,9-3,5), Q=2,15 (1,88-2,45), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 5: Lentinellus ursinus (Fr.) Kühner

Zur Bestimmung: ss. Gröger

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Funddaten: 05.10.2025; MTB 7034-4-1-3, 485 m; Koordinaten: 48,93645; 11,42188; D – By –Landkreis Eichstätt, Gemeinde Denkendorf, Krummetal; Buchenmischwald über Dolomitstein (Frankenalb-Formation); auf finalmorschem, starkem, liegendem Fichtenstamm; büschelig an mehreren Stellen am Stamm (ca. 20 Fk);
Hut: 4 – 8,5 cm breit, muschelförmig, glatt, fleischbräunlich, in der Nähe der Anwuchsstelle weißlich überreift; Stiel: fehlend; Lamellen: zentrisch zusammenlaufend, gedrängt, cremefarben, grob schartig bis grob gesägt; Fleisch: sehr zäh; Geruch: aromatisch fruchtig; Geschmack: scharf; Sporenpulver: cremefarben mit cremegelben Verfärbungen; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellentrama: teils aus stark verwobenen, dickwandigen und stark amyloiden Zellen, teils aus inamyloiden dünnwandigen Zellen; Sporen: ellipsoid, warzig, amyloid (Zellwände und Warzen blau in Melzers); Maße: 4,1 x 3,0 (3,8-4,4 x 2,8-3,1), Q=1,37 (1,23-1,47), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 6: Paxillus cuprinus Jargeat, Gryta, Chaumeton & Vizzini

Zur Bestimmung: Mit dem Schlüssel in Jargeat et al. (2014) bestimmt. Sollte zur Sicherheit sequenziert werden.

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Funddaten: 26.09.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; Koordinaten: 48,21255; 11,61271; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; an grasiger, offener Stelle bei Birke und Weiden (Salweide und andere Weiden); gesellig (ca. 8 Fk); verges. mit Lactarius pubescens;
Hut: 5-8,5 cm breit, im Zentrum vertieft, frisch schwach klebrig, glatt, bisw. areolat aufreißend, am Rand oft gerippt, lehmbraun bis ockerbraun; Stiel: kurz, bis 3,5 x 1,5 cm, basal verjüngt, apikal erweitert, gelblich, aber rasch braun verfärbend; Lamellen: habituell herablaufend, sehr gedrängt, ockerbraun mit schwachem Olivton; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch fruchtig; NH3 am Hut: negativ bis etwas dunkler braun; Sporenpulver: olivbraun, ohne Rotton; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, apikal immer etwas schmäler als basal, niemals amygdaloid, nur sporadisch mit angedeuteter apikaler Einschnürung, Maße: 7,4 x 4,8 (6,7-8,1 x 4,4-5,1), Q=1,55 (1,46-1,65), 20 Sp. vom Abwurf in H2O gemessen;

Nr. 7: Simocybe spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Aufbau der Huthaut und nicht kopfige Cheilos sprechen für S. haustellaris, die allerding bei Ludwig und in FN mit 2-sporigen Basidien und viel größeren Sporen angegeben wird. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dies dasselbe sein soll, wie die weißen Winzlinge mit den großen Sporen, die z.B. 2023 als S. haustellaris bestimmt hatte. Die als S. coniophora abgelegte Kollektion aus Tirol (2018) ist makroskopisch ähnlich, hat dieselbe Huthaut, auch 4-sporige Basidien und ähnlich große Sporen, unterscheidet sich aber durch kopfige Cheilozystiden

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Funddaten: 06.09.2025; MTB 8435-2-1-4, 790 m; 47,58324; 11,60651; D-By-Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Lenggries, Walchental; Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn, Esche) über Hauptdolomit; auf einem liegenden, schwachen Buchenast, auf der Borke, gesellig (2 Fk);
Hut: 1 cm breit, muschelförmig, trocken und glatt, olivbraun, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift; Stiel: exzentrisch, kurz, ca. 3 mm lang; Lamellen: mäßig gedrängt, stark untermischt, dicklich, hellbraun; Im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Grundstruktur hyphig, daraus entspringend zahlreiche aufgerichtete Pileozystiden; Zellen langgestreckt, +/- horizontal verlaufend, ziemlich breit, grob quergestreift gelbbraun inkrustiert; Pileozystiden lageniform oder zylindrisch, farblos oder intrazellulär braun pigmentiert, ca. 31-43 x 3,9-5,8 µm; Lamellenschneide: steril mit dicht gedrängten Cheilozystiden; Cheilozystiden: teils lageniform, teils zylindrisch-wellig und dann oft sehr lang und schlank, bisw. schwach dickwandig, apikal gelegentlich mit schmalem Fortsatz, nur ausnahmsweise kopfig; Maße: 26-54 x 3,0-8,1 µm; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 22-26 x 6,5-7,5 µm; Sporen: kernförmig, mit verschmälertem Apex, in Aufsicht etwas breiter, ohne Keimporus, aber gelegentlich mit Kallus, cremefarben bis sehr blass ockerbräunlich; Maße: 6,8 x 5,1 (6,2-7,7 x 4,7-5,5), Q=1,32 (1,23-1,45), 20 Sp. im Lamellenpräparat gemessen;